FERTIGSTELLUNG GRAF-STARHEMBERG-GASSE 14

Impuls im Bestand

Nur einen Steinwurf vom neuen Hauptbahnhof in Wien entfernt, entstand soeben ein Stück Stadt neu! Diesmal nicht im Sonnwendviertel, sondern auf der gegenüberliegenden Seite, inmitten der Gründerzeitgassen auf der Wieden. Der von [tp3] architekten und HuB Architekten realisierte Wohnbau in der Graf-Starhemberg-Gasse 14 setzt sich auf subtile Weise mit den Themen der Gründerzeit auseinander und stellt ein gelungenes Beispiel für einen neuen Impuls in der Bestandsstadt dar. Der Neubau als eine Art Implantat im „Wiener Block – Verband“ tritt deutlich mit seinem Umfeld in Beziehung. 

An der Straßenfassade, deren Grundmaterial in schlichtem weißen Putz gehalten ist, spielen auskragende Sitzerker und Dachgaupen in metallischem Sandgelb die stark strukturierte Fassadenornamentik der Nachbargebäude, in Funktionen übersetzt, weiter. Loggien, beleuchtete Vertikalbegrünung als Filter vor den Stiegenhäusern, die künstlerische Feuermauergestaltung mit Bezug zur Geschichte des Ortes und Sitzmauern bei den Eingängen komplettieren die lebendige, mit dem Straßenraum kommunizierende Architektur des Straßentraktes.

Im Hofinneren wurde eine adaptive Kammstruktur entwickelt, die zum einen auf die Höfe der Nachbarbebauung reagiert, diese für beide Seiten vergrößert und die blinden Feuermauern minimiert. Zum anderen schafft die Bebauung sehr intime und zugleich urbane Freiräume im Innenhof. Wenige, schlichte Materialien wie Beton, Grünflächen und Pflanzenakzente, Holz und EPDM-Gummibelag, gliedern die Gestaltung des Innenhofes.

Das Projekt zeigt, dass bei hoher Dichte qualitätsvolle Wohnungen und Freiräume entstehen können und zugleich ein Mehrwert für den gesamten Stadtteil geschaffen wird. 

Starke Rahmenbedingungen und eine prägende Umgebungsstruktur des Bestandes können, – wenn sie verstanden werden, – auch als positiver Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Stadt gesehen werden! 

Fotos: Maximilian Haidacher

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